HEWV/SEWV/SEVV: „Chantal, heul leise“ – Sprachreflexion im Deutschunterricht im Spannungsfeld von Klassik und Trash
Dozent:innen: Univ-Prof. Dr. Anja MüllerKurzname: HEWV/SEVV
Kurs-Nr.: 05.067.940
Kurstyp: Seminar
Voraussetzungen / Organisatorisches
Bitte beachten Sie, dass das Seminar NICHT wöchentlich stattfindet. Es sind insgesamt 6 Termine mit je 4SWS vorgesehen. Bitte achten Sie auf die angegebenen Termine! Neben den Seminarterminen wird es noch Besprechungenstermine geben, die individuell vereinbart werden.Die Prüfungsleistung wird in Form einer Hausarbeit erbracht (Umfang 12 bis 15 Seiten). Die Hausarbeit wird dabei auf einer Stundenplanung basieren, die Sie im Rahmen des Seminars erarbeiten.
Anwesenheitspflicht
Eine regelmäßige und aktive Teilnahme wird erwartet.Empfohlene Literatur
Literatur wird im Seminar bekannt gegebenInhalt
Ausdrücke wie „Sein oder Nichtsein“, „Chantal. Heul leise.“ oder „Six.Seven.“ kennen wir alle aus unserer Alltagskommunikation. Solche Ausdrücke werden allgemein auch als „geflügelte Worte“ bezeichnet. Geflügelte Worte sind jedoch mehr als nur „Sprüche“. In der Regel sind sie an ein bekanntes Zitat angelehnt und erfüllen eine bestimmte kommunikative Funktion. Die Quellen für geflügelte Worte können sehr unterschiedliche sein (vgl. Komenda-Earle, 2018), so können geflügelte WorteZitate aus literarischen Werken sein, z. B. „Sein oder nicht sein. Das ist die Frage.“ (William Shakespeare: Hamlet)
- Äußerungen von öffentlichen Personen bzw. bekannten Persönlichkeiten sein, z. B. „Yes, we can.“ (Barack Obama)
- Zitate aus der Werbung, Presse, Popsongs, Slogans und Parolen sein, z.B. “Kauf kein Kack“
- Buch- und Filmtitel sein, z. B. „vom Winde verweht“
- Eigennamen von realen oder fiktiven Gestalten sein, z.B. „Big Brother“.
Wir werden im Seminar unseren Blick für geflügelte Worte aus sprachwissenschaftlicher Perspektive erweitern und werden zugleich aus sprachdidaktischer Perspektive prüfen, wie geflügelte Worte im Deutschunterricht als Anlass zur Sprachreflexion genutzt werden können.
Das Seminar ist Teil des Lehrschwerpunkts Trashlinguistik, zu dem im Sommersemester mehrere Veranstaltungen der deskriptiven Sprachwissenschaft beitragen. In diesen Veranstaltungen forschen wir gemeinsam zu allem, was unter den Begriff „Trash“ fällt. Für das Seminar bedeutet das, dass wir gemeinsam untersuchen, inwieweit geflügelte Worte auch aus dem Bereich „Trash“ stammen können und welche sprachlich-kommunikativen Muster die Wörter charakterisieren. Grundlage der Untersuchungen können hierfür Filme, Serien oder social media Beiträge sein. Es stellt sich zudem die Frage, ob wir weiterhin von geflügelten „Worten“ sprechen können oder ob es sich nicht vielmehr um geflügelte „multimodale Zeichen“ handelt - wenn wir bspw. auch Memes in unsere Untersuchungen mit einbeziehen. Im zweiten Teil des Seminars werden wir unsere Ergebnisse auf die Gestaltung von Deutschunterricht übertragen. Wir werden gemeinsam Lehrsequenzen planen, in denen Schüler:innen im Rahmen eines selbstentdeckenden und forschenden Lernens anhand von geflügelten Worten über Sprache und Sprachgebrauch reflektieren.
Weitere Informationen zum Lehrschwerpunkt Trashlinguistik finden sie unter https://www.glk.uni-mainz.de/2026/01/21/2026-trashlinguistik/. Begleitend zu den Seminaren des Lehrschwerpunkts wird eine abendliche Vortragsreihe geben, bei der unter anderem die Trash-TV-Expertin Anja Rützel zu Gast sein wird (https://www.instagram.com/arnjarrr/?hl=en). Sie sind alle herzlich eingeladen zu kommen. Der genaue Termin wird noch bekanntgegeben.
Die Seminare des Lehrschwerpunkts sind überdurchschnittlich arbeitsaufwändig, bieten aber gleichzeitig einen hohen Praxisanteil in sprachwissenschaftlichen/sprachdidaktischen Methoden, dem wissenschaftlichen Arbeiten sowie in der Wissenschaftskommunikation. (Und sie machen erfahrungsgemäß allen sehr viel Spaß.) Es wird auch einen Austausch mit den anderen Seminaren des Lehrschwerpunktes geben. Dazu treffen wir uns Ende des Semesters zu einer öffentlichen Posterpräsentation, wo sich die Seminare miteinander und mit der Öffentlichkeit austauschen. Dieser Termin wird voraussichtlich am Donnerstag, den 9.7.2026, von 18- 20 Uhr stattfinden. Weitere Informationen dazu erhalten Sie im Seminar.
Termine
| Datum (Wochentag) | Zeit | Ort |
|---|---|---|
| 17.04.2026 (Freitag) | 10:15 - 13:45 | 00 465 P12 1141 - Philosophisches Seminargebäude |
| 08.05.2026 (Freitag) | 10:15 - 13:45 | 00 465 P12 1141 - Philosophisches Seminargebäude |
| 29.05.2026 (Freitag) | 10:15 - 13:45 | 00 465 P12 1141 - Philosophisches Seminargebäude |
| 12.06.2026 (Freitag) | 10:15 - 13:45 | 00 465 P12 1141 - Philosophisches Seminargebäude |
| 26.06.2026 (Freitag) | 10:15 - 13:45 | 00 465 P12 1141 - Philosophisches Seminargebäude |
| 10.07.2026 (Freitag) | 10:15 - 13:45 | 00 465 P12 1141 - Philosophisches Seminargebäude |